Architectural critique

A critical appraisal by Prof. Christoph Hackelsberger

 

Auszug aus der Süddeutschen Zeitung, 38. Jahrgang

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Würdigung zur Eröffnung des Ausstellungshauses 1996

Fertighäuser der Sonderklasse, Fachwerkhäuser von WerkHaus

Vierzehn Jahre ist es her, daß ich über das Musterhaus der Münchner „WerkHaus GmbH“ nach einem sonst nicht gerade Enthusiasmus auslösenden Besuch der Münchner Fertighaus-Ausstellung im Bauzentrum an der Radlkoferstraße nur Gutes zu berichten hatte.
Die Kolumne „Ein Architekt sieht München“ hat die Süddeutsche Zeitung inzwischen aufgegeben, die Fachwerkhäuser von „WerkHaus“ wurden aber nicht nur weiterhin gebaut, sie sind noch besser, gediegener und schöner geworden.

Vor kurzem ist an die Stelle des alten ein neues Musterhaus, eine konsequente Weiterentwicklung, wiederum eine Holzfachwerkkonstruktion mit besonders sorgfältigen Details, dazu mit anregenden Ideen für die Gestaltung des räumlich integrierten Hausumgriffs, fertig geworden und stellt sich nun seinen Bewunderern, die hoffentlich zahlreich von diesem exquisiten Angebot Gebrauch machen, aber auch jenen, die auf derart diszipliniert-disziplinierende Architektur mit ihrer Offenheit und Klarheit eher skeptisch reagieren.

Eines sei gleich angemerkt, dies Haus stellt Ansprüche an seine Bewohner, an ihre Kultiviertheit, ihr Selbstbewußtsein. Vergleicht man es mit den üblichen landauf- landab konventionell errichteten Einfamilienwohnhäusern, welche nebenbei gesagt, im letzten Jahrzehnt wesentlich wohnlicher geworden sind und gemessen am Alltagsangebot der üblichen Fertighaus-Hersteller gar nicht schlecht abschneiden, so ist diese Architektur auf eine dezente, geistvoll-intelligente Art, ohne jede Aufdringlichkeit, weit herausragend.
Die Vielfalt der gestaltbaren Wünsche überrascht vor allem dann, wenn die Chancen auch eines kleinen Grundstückes für die sich anbietende Aussenraumgestaltung, das sich Durchdringen von Aussen- und Innenräumen, gekonnt genutzt werden.

Denkt man über das nach, was hier Gestalt gewonnen hat, so liegt es nahe, einige generelle Überlegungen anzustellen, zunächst zum Bauen mit Holz, mit Stäben – das ist nämlich Fachwerkbauen – und Füllungen zwischen den Stäben. Welche Chance, so fragt man weiter, hat heute eigentlich das Fertigbauen, und zuletzt ist noch in Kurzform einiges zur Geschichte der Wohn-grundrisse anzumerken und zum heutigen individuellen Wohnen in fast offenen, flexibel trennbaren, aber grundsätzlich fließenden Räumlichkeiten.Holz ist ein Urbaustoff. Die ältesten bislang ausgegrabenen, Schlüsse erlaubenden Hausspuren, so die Hütte von Terra Amata bei Nizza, 400.000 Jahre alt, weisen auf das Bauen mit Stäben hin. Aus Hölzern ein Gestell bauen, über dies die unterschiedlichsten, abdichtenden und schützenden Stoffe ziehen, das war eine der ersten Verfahrensweisen, das Artefakt Behausung herzustellen. Holz ist tragfähig, stabil, relativ leicht und dazu genau bearbeitbar. Holzhäuser sind entgegen vielen Befürchtungen sehr haltbar, wenn auf richtige Verwendung des Materials geachtet wird. Holz ist wohnphysiologisch, aber auch psychologisch „warm“ und darin eigentlich kaum zu schlagen. Trotzdem wurde es im Laufe der Baugeschichte durch Zunahme des monumentalen Steinbaus der Obrigkeit und der höheren Stände, zum Armutbaustoff. Dieses Vorurteil ist bei weltläufigeren Menschen längst nicht mehr zu beobachten, während die Holzbauversuche der letzten Jahre im Sozialbereich noch immer alten Bewertungen gemäss als Billigbauweisen verdächtigt und abgelehnt werden. So kann Holz bei uns heute als Baumaterial der Elite gelten.

Weltweit ist Holz der beliebteste, übrigens auch für Wohnzwecke meistgenutzte Baustoff überhaupt. Unter immer gewichtige werdenden ökologischen Gesichtspunkten ist Holz , das in nachhaltiger Waldwirtschaft gewonnen wird, von der Energiebilanz her durch kein anderes Material zu übertreffen. Holzwirtschaft und Holzbau sind bei Lichte besehen optimale Nutzungen der Solarenergie, Wälder wirken durch Sauerstoffproduktion, Aufnahme von Stickoxyden, Regulierung des Feuchtigkeitshaushaltes und durch Einflüsse auf das Mikro- und Makroklima samt Biotopgewährung als riesige „Chemiekonzerne“, Kläranlagen und Luftverbesserungsfilter, deren Rentierlichkeit kaum zu ermessen ist. Das Wissen darüber verbreitet sich. Es wäre allerhöchste Zeit, daraus die Konsequenzen zu ziehen und so viel als möglich, mit Holz zu bauen.

Die „WerkHaus“ – Architekten tun dies längst in hoher Qualität, traditionell und modern zugleich und ihre aufgeschlossenen Kunden wissen dies sichtlich zu würdigen.

Noch einmal; Es ist, natürlich unter Ausblendung wirtschaftlicher Einsichten in unsere herrschenden Verhältnisse, zuletzt unverständlich, daß nicht viel mehr mit Holz gebaut wird.
Trotz der Werbebotschaften aus vielen Richtungen, die alle mit der Natürlichkeit dieses und jenes Materials aufgeladen werden, ist Holz der geeignetste und vernünftigste natürliche Baustoff, der beste unter den wenigen, die dieses Prädikat verdienen.
Was bei gekonnten Holzkonstruktionen besonders begeistert, ist das optimale Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag. Mit wenigen Kubikmetern Holz ist ein großes, solides Fachwerkhaus zu errichten. Die Gefache zwischen vertikalen und horizontalen Hölzern, zwischen Stützen und Rähm, lassen sich beliebig füllen. Sie sind beim neuen Haus auf der Baumusterschau meist aussen mit Glas gefüllt.

Eine uralte, technisch aktualisierte und verfeinerte Konstruktion trifft in diesem Fall mit dem modernsten Flächenbaustoff, der gerade in den letzten Jahren eine atemberaubende Qualitätssteigerung, was Dämmeigenschaften, Stabilität und Verwendungsfähigkeit angeht, hinter sich gebracht hat. Dies ermöglicht technisch und ästhetisch eine neue Dimension des Wohnens. Es ist heute kein Problem mehr, ein rundum verglastes Haus so zu dämmen, und andererseits auch zur passiven Energiegewinnung zu befähigen, daß die strengen Normen der Energieeinsparung erfüllt werden können. Dazu ist Glas – der einstige Luxusbaustoff – heute, alle Kosten eingerechnet, ein ebenso preisgünstiger wie strapazierfähiger Baustoff.

Genug davon an dieser Stelle. Nun zum Fertigbau:
Die angebotenen Fertighäuser sind sichtlich nicht alle auf gleichem Niveau angelangt. Vieles wirkt inkonsequent. Der Versuch, Massivbau oder im Fall von Holzhäusern alte Blockbaukonstruktionen zu imitieren, zeigt, daß Hersteller und Nachfrager dem traditionellen Haus- und Wohnbegriff verhaftet sind und daß von beiden Seiten vor allem über Ersatzvornahme und wirtschaftliche Vorteile nachgedacht wird.

Die Häuser der „WerkHaus GmbH“ sind im Rahmen der gebotenen Qualität ebenfalls höchst wirtschaftlich, gewinnen indes ihre Wertigkeit darüber hinaus vor allem durch die Verwirklichung der modernen, individuellen, unserer Zeit entsprechenden ästhetischen Wohnwünsche. Ihre geschickte, variable Grundkonstruktion des Holzfachwerkes, der Balkendecken und elementierten Dachplatten sind nicht Imitate traditioneller Bauweisen, sondern Zeugnisse des bautechnischen Fortschritts. Dazu gehört, daß jedes Haus individuell im Zusammenwirken von Bauherr und Architekt konzipiert wird. Diese hohe Variabilität wäre noch vor dreißig Jahren nicht möglich gewesen. Damals war der Gedanke der möglichst großen Serie vorherrschend. Dies gilt heute nicht mehr. Die entwickelte Planung wird über Diskette den Vollautomaten im Zimmereibetrieb , der Fensterbauer usw. eingegeben, die dann aus bestem Material – anderes bekommt den wertvollen Maschinen schlecht – sei es schichtverleimtes oder kerngetrenntes Holz, die Werkstücke mit unwahrscheinlicher Präzision fertigbearbeiten.

Henry Fords berühmt gewordener Ausspruch, er liefere Autos in jeder Farbe, vorausgesetzt, sie sei schwarz, diese unnachahmlich verkürzte Beschreibung der Serienfertigung, ist überwunden. Heute regiert ein konstruktives Grundprinzip und hervorgehend daraus herrscht Variabilität, ohne daß dies , natürlich bei gleicher Größe und gleichem Materialverbrauch, Mehrkosten verursacht.
Trotz solcher Vielfalt sind die Fertigungszeiten im Werk und auf der Baustelle, wo noch immer Bodenplatte oder Keller von Vertragsfirmen, den örtlichen Gegebenheiten angepasst, gebaut werden müssen, aufs äußerste verkürzt. Fast umgehend kommt alles unter Dach. All die Wirrnis, das Zerstörerische, welche normale Baustellen kennzeichnen, weicht rational organisierter Abfolge. Die in Kürze der Fertigungs- und Montagezeiten erreichte und auch vor zwischenzeitlicher Beschädigung bewährte Qualität bei günstigen Kosten, spricht für diese Art von Fertigbau.

Wer sich bei fast überall nachlassender handwerklicher Leistung, deren Minderqualität trotz Verrechtlichtung des ganzen Bauvorganges gar nicht zu bremsen ist, mit den unterschiedlichen, vor allem aber terminlichen Problemen auf konventionellen Baustellen kleinerer Gebäude herumschlagen muß, kann die Vorteile intelligent konzipierter Fertigbauweise gar nicht deutlich genug hervorheben.

Dazu kommt ein Weiteres, Entscheidendes: die Kostensicherheit. Ein seriöser Fertighaushersteller wird die vereinbarten Kosten einhalten. Sein Kunde braucht sich nicht dafür zu interessieren, von wie viel Zulieferern die Vorleistungen erbracht werden, er kauft ein definiertes Produkt . Im Falle eines konventionellen Hausbaus beauftragt er mit nicht selten ungerechtfertigtem Vertrauensvorschuss eine Vielzahl von Einzelgewerken, in seinem Namen und für seine Rechnung ein Unikat herzustellen. Das ist riskant. Wenn nicht ganz ungewöhnliche Wünsche vorherrschen, legen Zeit- und Geldbudget es eher nahe, sich trotz aller Konventionen in dieser Sache eines bewährten Produktes zu bedienen. Dies fällt natürlich umso leichter, wenn ein Erzeugnis so hochwertig und dazu variabel ist, wie das bei WerkHaus der Fall ist.

Nichts ist ohne Fehl und Nachteile. Oder sollte es gerade dieses Fachwerkhaus sein, das diese Regel durchbricht?
Natürlich nicht. Mögliche Nachteile liegen indes auf einer anderen Ebene und nicht in der Ästhetik der Architektur, nicht in der Qualität, schon gar nicht in der Typisierung der Konstruktion und in der mit modernsten Fertigungsmethoden erreichten Vielfalt der möglichen individuellen Lösungen.

Wenn überhaupt, dann geht es um die Gestaltung des Grundrisses, die jetzt kurz beleuchtet werden soll.
Im 18.Jahrhundert dachte man angestrengt darüber nach, wie wohl das „Urhaus“ ausgesehen hätte. Niemand bezweifelte, daß es einräumig gewesen sei. In Wirklichkeit gab es natürlich vor Jahrunderttausenden kein „Urhaus“, sondern eine Vielfalt unterschiedlicher, von den örtlichen, klimatischen Bedingungen und solchen der Materialbeschaffung, der Gruppengewohnheiten usw. abhängiger und diesen mehr oder weniger gut entsprechender Häuser. Eine Annahme unserer Vorfahren mitten in der Aufklärung aber war richtig: Die urtümlichen Behausungen waren einräumig. Erst differenzierte Entwicklung, zunächst im Lebensbereich der höheren Stände, im 19.Jahrhundert für den Mittelstand und die besitzbäuerliche Bevölkerung, danach in unseren nördlichen Bereichen so gut wie für alle, brachte Mehr- bis Vielräumigkeit des Wohnens hervor.
Zunächst wurden Räume gereiht, addiert, dann wurde die Erschließung mittels ausgegliederter Verkehrsflächen wichtig.

Sensationell war die Entdeckung des japanischen Wohnhauses auf den spektakulären amerikanischen Weltausstellungen des ausgehenden 19.Jahrhunderts. Dies Vorbild, vor allem, was den Grundriss anlangte, machte dann Frank Lloyd Wright vor allem in Deutschland bekannt, als er 1910 seine berühmten, japanisch beeinflussten „Prairiehäuser“ im Wasmuth-Verlag in Berlin in einem Prachtband veröffentlichte.

Diese Publikation war einer der wesentlichsten Schritte auf dem Weg zum neuen, lebensreformerischen Wohngefühl in offenen, fließenden Grundrissen.

Die Architekturmoderne, eine elitäre Bewegung, mit dem starken sozialen Sendungsbewusstsein für eine planvolle Lebenserneuerung, erblickte in dieser Grundrissgestaltung, welche so gar nicht europäischer Herkömmlicheit entsprach, ein erhebliches Befreiungspotential. Vor allem Le Corbusier war mit seiner Erfindung der Stützen – Platten – Konstruktion, die den sogenannten „plan libre“, also den bis auf Installationskerne ungebundenen offenen Grundriss möglich machte, bahnbrechend. Der damaligen Avantgarde war wichtig, daß diese Art von Grundrissen den Bewohnern eine neue Lebensweise, vor allem ein verändertes Sozialverhalten abfordern würde, als die herkömmlichen Raumfolgen des üblichen Bürger- oder auch Kleinbürgerhauses des ausgehenden 19.Jahrhunderts. So wurde der freie Grundriss mit seinen fließenden Übergängen zum Programmbestandteil der Erneuerung der Gesellschaft und des Lebensgefühls.

Etwas von der zeremoniösen, disziplinierten Verhaltensweise des traditionellen Japan mit seiner Samurai-Tradition ist gefordert, wenn man Häuser mit solch großzügiger Offenheit, mit Raumfluchten, verschmelzendem Innen- und Außenraum bewohnen will. Da kann nicht jeder Bewohner zum Beispiel sein Lärmbedürfnis ausleben, wie in einem abgeschotteten, mit Aufwand gegen Luft- und Körperschall gedämmten Massivbau.. Wenn in diesen harmonischschwebenden Raumgebilden einer „Heavy Metall“ hört, so hören dies alle. Rücksichtsvolles Sozialverhalten gehört eben zur Kultur des Bewohnens.

Dies muss der Vorsicht halber angemerkt werden, und genau das ist der Grund, warum Menschen, die sich außerhalb ihrer vier Wände notgedrungen den Bedingungen eines relativ engen Zusammenlebens fügen, zu Hause aber ein gänzlich konträres Verhalten bevorzugen, Häuser mit solch großzügig offen Grundrissen ablehnen. Andererseits gehen solche Befürchtungen meist auf fehlende Wohnerfahrungen und damit auf Vorurteile zurück. Tatsächlich kann man, wie am Musterhaus festzustellen ist, auch durch geschickte Grundrissanordnung und geeignete Materialwahl Schallproblemen erfolgreich begegnen und zudem ist das Bausystem so anpassungsfähig, daß es sich ebenso für traditionelle Aufteilung in einzelne Räume mit separater Erschließung eignet.

Nun zur Kurzbeschreibung:
Vieles wurde bei den allgemeinen Überlegungen schon vorweggenommen und angesprochen. Es war die Rede von der Konstruktion, von der erstaunlichen Qualität der Ausführung und von den Eigenheiten des Grundrisses. Einiges bedarf aber noch der Ergänzung.

Bemerkenswert ist die äußere und innere Harmonie, der Rhythmus der Konstruktion der dunkelgrünen schichtverleimten Holzstützen- und Balken, der gläsernen oder geschlossenen Wandflächen. Es gibt kein Detail, das nicht mit Sorgfalt, unter Wahrung höchster Qualität, ja fast kostbar, gelöst wurde.

Angefangen von den makellos furnierten, raumhohen Türen mit ihren Edelstahlbeschlägen, den Fußbodenbelägen, Naturstein oder dazu passende Auslegeteppiche, den leicht laufenden Schiebetüren, die öffenbaren riesigen Außenwandfenster, den Armaturen insgesamt, bis zu den Sanitärobjekten, bis zur Treppenkonstruktion, alles ist gediegen, zugleich erlesen und geschmackvoll, dazu von hoher Brauchbarkeit und Funktionalität.

Natürlich ist im Musterhaus, das liegt im Wesen eines solchen Vorzeigeobjektes, einiges auf Schau gemacht, so die Badezimmereinrichtung des Gästeapartments oder, welche Hausfrau putzt gerne die sechs Edelstahlbecken der Waschtische. Diese Überrüstung zeigt indes, dass Vereinfachung dem Ganzen nur bekommen kann. Die Großzügigkeit, der man schon an der Haustür begegnet, ist diesem Haus kaum auszutreiben, nicht, wenn es einfacher ausgestattet, nicht, wenn es um die Hälfte kleiner gebaut wird. Das ist eine Mitgift, deren Wert nur ermessen kann, wer die Kleinlichkeit vieler Wohnverhältnisse kennt, die außer einem übermäßigen Wohnzimmer mit meist falscher Lichtführung nur Enge und Umständlichkeiten aufweisen.

Ein wichtiger Hinweis noch zur Größe: Das Musterhaus hat ca. 245 Quadratmeter. Die modulare, also auf einem Grundsystem aufgebaute Bauweise bürgt aber dafür, daß wesentlich kleinere Häuser mit etwa 120 Quadratmeter Wohnfläche keineswegs beengt wirken. Der Wunsch, kultiviert zu leben, zu wohnen, ist also sehr wohl erschwinglich. Betrachtet man das Gebotene, so sind
DM 410.000,- für ein Haus mit 120 Quadratmetern und 650.000,- bis 750.000,- DM für eines mit 120 Quadratmeter Wohnfläche mehr, sehr gute, solide Angebote, die sich nur im ländlichen „Selbst- und Schwarzbau“ bei weit geringerer Originalität und Qualität des Endproduktes unterbieten lassen.

Es ist ein Vergnügen, dies Haus zu sehen, begehen und kritisch betrachten zu können.
Die Leserinnen und Leser dieses Berichts sollten sich dies nicht entgehen lassen, auch wenn sie vielleicht gar keine Bauabsichten haben. Sie werden ein Stück gelungener Architektur unserer Zeit antreffen, eine Umgebung gehobener Alltagskultur unserer Tage sehen, und selbst wenn sie anderen Sinnes sind, vielleicht begreifen, was das Anliegen der Architekturmoderne war und weiter ist: Freiheitlich in sozialer Bindung und bewusstes Erleben des Daseins zu vermitteln.

Christoph Hackelsberger